Naomi findet in ein gewaltfreies Leben.

Naomi ist 11 Jahre alt, als sie von ihrer Familie nach Indien verkauft wird. In Indien erlebt Naomi massive Gewalt, wird zur Prostitution gezwungen, geschlagen, bedroht.

Naomi

Über Umwege und unter großer Gefahr gelingt ihr nach einigen Jahren die Flucht. Mit 16 Jahren kommt sie nach Deutschland, wo das Jugendamt sie ans Mädchenhaus Mäggie vermittelt.

Nach langer Zeit erfährt Naomi in Mäggie wieder Sicherheit. Doch die Vergangenheit lastet schwer auf ihrer jungen Seele. Gewalt und sexuelle Gewalt, wie Naomi sie in früher Jugend erfahren musste, lassen sich nicht durch einen normalen Alltag vergessen. Es bleiben tiefe seelische Wunden. Zur Aufarbeitung und Integration tiefgreifender und lang andauernder Traumata braucht es sensible Unterstützung. Diese erfährt Naomi vom Team des Mädchenhauses Mäggie.

Mädchenhandel in den ärmsten Ländern der Welt 

„Hunger ist die schlimmste Form der Gewalt.“ – Mahatma Gandhi

Sein eigenes Kind zu verkaufen – das klingt aus unserer westlichen Sicht unmenschlich. In den ärmsten Regionen unserer Welt geschieht das aus Armut und Not jedoch immer wieder. Familien wie die, aus der Naomi stammt, sehen oft keine andere Möglichkeit, sich aus ihrer Notlage zu befreien.

Auf die Armut folgt der Hunger, auf den Hunger folgen Immunschwäche und generelle Kraft- und Mutlosigkeit. Das wiederum verhindert, dass die Menschen sich durch Arbeit selbst aus ihrer Notlage befreien können. 

Laut Welternährungsprogramm sind 41 Millionen Menschen in Bangladesh unterernährt. Alle vier Minuten stirbt dort ein Kind an den Folgen des Hungers.

Mädchen sind auf besondere Weise bedroht: Durch die Armut und durch ihr Geschlecht. 


Denn in Bangladesh und vielen anderen armen Ländern gibt es noch heute die Tradition der Mitgift. Das heißt, dass Familien für ihre Töchter Geld aufbringen müssen, um sie zu verheiraten. Das ist für viele Familien nicht erst bei mehreren Töchtern existenzbedrohend. 

Aus Verzweiflung und tiefer Not heraus verkaufen Familien ihre Töchter an Kinderhändler, oft nicht wissend, was mit den Mädchen geschieht. Viele Mädchen landen in der Prostitution, müssen Gewalt und sexualisierte Gewalt erfahren.

Viele der Mädchen, die im Mädchenhaus Mäggie ein Zuhause finden, haben Gewalt und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Teils stammen sie wie Naomi aus besonders armen Ländern der Welt, teils sind sie in Europa oder Deutschland aufgewachsen.

Zu Beginn hat Naomi schlimme Rückfälle, fällt häufig in Ohnmacht, dissoziiert, erlebt Flashbacks in ihre Kindheit. Manchmal zeigt sie auch sogenanntes regressives Verhalten, geht dann zurück in frühkindliches Erleben. Dann scheint es, als sitze ein zweijähriges Mädchen an der Stelle, wo eben noch eine junge Frau saß.

„In der ersten Zeit sind wir oft bis an unsere Grenzen gegangen“, erzählt Smiljana Hesse, Bildungswissenschaftlerin und pädagogische Leiterin von Mäggie, „Wir mussten erst lernen, mit Naomis schwierigen Zuständen umzugehen und verstehen, dass jede ihrer Verhaltensweisen einen Sinn in der Verarbeitung ihrer Traumata hat“.

Sie lernt, sich zu stabilisieren und selbst zu entlasten.

Mit den Mitteln der Traumapädagogik gelingt es dem Mäggie-Team langsam, Naomi Halt in ihrem neuen gewaltfreien Leben zu geben.

Gruppe von Frauen

Nach ungefähr einem Jahr Leben im Mädchenhaus Mäggie beginnt es Naomi, besser zu gehen. Auch wenn sie bis heute mit mit den Folgen ihrer extrem traumatischen Lebenserfahrungen kämpft, hat sie bei Mäggie die Möglichkeit, einen sicheren Alltag zu leben. Im Rahmen sicherer Bindungen und einem strukturierten Alltag kann sie lernen, sich selbst zu vertrauen und ihre Selbstheilungskräfte und Ressourcen zu aktivieren.

Naomi geht zur Schule, knüpft erste vertrauensvolle Verbindungen zu ihren Mitmenschen und entwickelt Zukunftswünsche: Sie möchte Zahnärztin werden.

Aktuell macht sie eine Ausbildung zur Zahntechnikerin und wohnt in einer eigenen Wohnung. Sie wird weiterhin mit pädagogischen Fachstunden eines anderen Trägers begleitet und hält engen Kontakt zum Mädchenhaus Mäggie.

Endlich habe ich wieder etwas zu verschenken.

Eine Liebesgeschichte aus Herzegowina.

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